Die Bevölkerung des Saargebietes stimmt am 13. Januar 1935, einem Sonntag, darüber ab, ob der Status Quo beibehalten oder ob das Saargebiet an Frankreich oder das Deutsche Reich angegliedert werden solle. Alle Wahlberechtigten aus dem Kreis St. Wendel müssen ihre Stimme in der Stadt St. Wendel abgeben. Kostenlose Busse bringen die Wähler an den nächsten Bahnhof oder gleich direkt in die Stadt. Bereits Ende Dezember 1935 wird hier eine vom Völkerbundsrat entsandte britische Kompanie stationiert, die für den ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl zu sorgen hat. Den Befehl über die Polizei übernimmt ein tschechischer Polizeimajor. Am 15. Januar steht das Ergebnis der Volksabstimmung fest: 90,5 Prozent der wahlberechtigten Saarländer stimmten für das Deutsche Reich, 8,8 Prozent für den Status Quo, 0,4 Prozent für den Anschluss an Frankreich. Das Wahlergebnis im Kreis St. Wendel: 0,1 Prozent für Frankreich, 5,2 Prozent für den Status Quo und 94,7 Prozent für Deutschland.
Am 29. Januar spricht Landrat Schmitt während der Sitzung des Kreisausschusses laut Protokoll vom „herrlichen Abstimmungssieg der treudeutschen Bevölkerung an der Saar.“ Und weiter: „Mit besonderem Stolze dürften die St. Wendeler, deren Wahlergebnis mit 94,7 Prozent für Deutschland von allen saarländischen Kreisen, nach Merzig, das beste sei, ins große deutsche Vaterland zurückkehren.“