1917–1919: Dr. Hermann Sommer
Der erste Tagesordnungspunkt der Kreistagssitzung vom 13. März 1917 ist die Wahl eines ersten Kreisdeputierten, der der bisherige krankheitsbedingt sein Amt niederlegen muss. Die Wahl fällt auf das Kreistagsmitglied Alfred Friedrich, der Bürgermeister der Stadt St. Wendel ist. Dieser steht bis Mai dem Kreis vor und leitet somit auch die Kreistagssitzungen.
Während der Kreistagssitzung am 15. Mai 1917 – das Kriegsende liegt noch in weiter Ferne – beschließt der Kreistag des Kreises St. Wendel einstimmig, folgendes Huldigungstelegramm an den König von Preußen abzuschicken: „Eure Majestät bittet der versammelte Kreistag des Kreises St. Wendel die erneute Versicherung der unwandelbaren Treue zu dem geliebten Hohenzollernhause und dem deutschen Vaterlande huldvollst entgegenzunehmen. Mit dem ganzen deutschen Volke sind wir bis zum letzten Mann entschlossen, unseren Brüdern im Kampfe zur Seite zu stehen trotz aller Entbehrungen in unermüdlicher Arbeit und treuem Ausharren bis zum Siege. Unerschüttert ist unser Vertrauen, daß unter Eurer Majestät Führung Deutschland nach allen Opfern einen Frieden, der seine Zukunft fest sichert, erstreiten wird.“
Das Königlich Preußische Amtsblatt vom 9. Juni 1917 vermerkt auf Seite 142, dass dem Regierungsassessor Dr. Sommer zu Weißenfels die kommissarische Verwaltung des Landratsamtes im Kreis St. Wendel übertragen worden sei. Heinrich Sommer ist der letzte königlich-preußische Landrat im Kreis St. Wendel.