Um 1900 leben 90 Juden in der Stadt St. Wendel. Seit dem 19. Jahrhundert siedeln sich hier wieder Juden an – nach rund 400 Jahren. Die jüdische Synagogengemeinde der Stadt, 1869 gegründet, setzt sich für den Bau einer Synagoge ein, die im Dezember 1902 eingeweiht wird. Gäste der Einweihungsfeier sind unter anderem Landrat Momm und Stadtbürgermeister Karl Alfred Friedrich, der 17 Jahre später Landrat werden wird. Der Vorstand der Gemeinde überreicht Bürgermeister Friedrich den Schlüssel zur Synagoge, „indem“, wie es in der Zeitschrift „Der Israelit“ vom 23. Januar 1903 heißt, „er die Synagoge in den Schutz der Stadt stellte. Letzterer versprach dem neuen Gotteshause den Schutz der Stadt und drückte der Gemeinde seine besten Wünsche aus.“