„Seine Förmlichkeit und Bürokratie“, vermerkt der St. Wendeler Stadthistoriker Max Müller über den zweiten preußischen Landrat Karl Hermann Rumschöttel, „stießen die Menschen ab, die er innerlich gewinnen wollte.“ Auch, weil es um das Ansehen Preußens erneut nicht gut bestellt ist. Denn nachdem die Deutsche Revolution 1848/49 scheitert, kein liberaler deutscher Nationalstaat, wie es die Revolutionäre fordern, gegründet wird, der preußische König Friedrich Wilhelm IV. die ihm angebotene Kaiserkrone als „Diadem aus Dreck und Letten der Revolution“ verschmäht und ablehnt (1849), regt sich vor allem in bürgerlichen Kreisen erneut Unmut. Preußen und damit auch sein Beamtenstand werden für das Scheitern der Revolution verantwortlich gemacht. Missernten, Teuerungen, Arbeitslosigkeit belasten zudem die ärmeren Bevölkerungsschichten. Unzufriedenheit herrscht somit bereits bevor Rumschöttel am 6. September 1848 zunächst kommissarisch zum Landrat des Kreises St. Wendel ernannt wird. Jedoch: 37 Jahre lang hat er die Landratsstelle im Kreis inne, so lange wie kein Landrat vor oder nach ihm.