Leitbild

Leitbild der Verwaltung für den Landkreis St. Wendel 2020

Wer wir sind, was wir tun, wohin wir wollen

In einer selbstbewussten, ehrgeizigen und aufstrebenden Region ist die Landkreisverwaltung St. Wendel ein bürger- und behördennahes Dienstleistungs- und Servicezentrum und erfüllt damit eine notwendige Brückenfunktion zwischen Bund und Land einerseits sowie den Gemeinden und BürgerInnen andererseits. Die Landkreisverwaltung verrichtet Pflichtaufgaben, die von einzelnen Gemeinden allein nicht effizient und ökonomisch geleistet werden können und bei denen das Land wiederum zu weit weg ist, um die kurze und bürgernahe Umsetzung zu gewährleisten. Dabei nimmt der Landkreis eine Ausgleichsfunktion zwischen allen Kommunen des Landkreises wahr.

Die Landkreisverwaltung verwaltet und gestaltet einen breit gefächerten Verantwortungsbereich und verfügt dabei über engagierte, leistungsfähige und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind die wichtigste Ressource unserer Tätigkeit. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter identifizieren sich mit der Region und mit ihrer Dienstleistungs- und Servicefunktion, die sich an der Umsetzung gesetzlicher Notwendigkeiten ebenso orientiert wie an den Bedarfen und Bedürfnissen der Bevölkerung. Unser Verwaltungshandeln ist transparent, nachvollziehbar und verlässlich. Bürgerinnen und Bürger sind Kunden und gern gesehene Gäste unserer Verwaltung. Das Servicebüro als Visitenkarte und Entree dient als zentrale Anlauf- und Kontaktstelle und versucht, Bürgeranliegen zu koordinieren und zu steuern.

Teamgeist und Engagement, Motivation und Leistungsbereitschaft, Identifizierung und Gemeinsinn prägen sowohl die Arbeitsabläufe innerhalb der Verwaltung als auch im Außenverhältnis gegenüber BürgerInnen, Behörden, Vereinen, Verbänden und Institutio­nen. Wir sind die Verwaltung des Landkreises, wir arbeiten gemeinsam im und für den Landkreis, wir sind für Kolleginnen und Kollegen, Bürgerinnen und Bürger da, wir stehen geschlossen hinter unserer Tätigkeit. Wir sind Moderator und Koordinator von Netzwerken sowie Motor regionaler Entwicklungsprozesse. Unsere Ressourcen sind die Menschen, die Natur und das kulturelle Erbe zur Erhöhung der regionalen Wertschöpfung, der Verbesserung der ökologischen Nachhaltigkeit und zur Steigerung der kulturellen Identität.

Die Arbeit der Landkreisverwaltung steht unter dem Einfluss von Querschnittsaufgaben, die Einfluss auf alle Bereiche nehmen:

  • die Finanzausstattung,
  • die demografische Entwicklung,
  • die interkommunale Zusammenarbeit.

Finanzausstattung

Da sich der Landkreis im Wesentlichen über die Kreisumlage durch die Kreisgemeinden finanziert, ist sparsame Haushaltsführung oberstes Gebot. Vor diesem Hintergrund ist ein Personalentwicklungskonzept erforderlich, das unter anderem den Personalbedarf in den kommenden Jahren abbildet. Bezüglich der Sachkosten bedarf es klarer Ausgabenobergrenzen, die sich an dem Ziel der nachhaltigen Senkung der Kreisumlage orientieren. Zusätzliche Ausgaben müssen auf ihre Finanzierbarkeit überprüft werden. Damit dennoch die Aufgaben ordnungsgemäß wahrgenommen werden können, bedarf es einer nach­haltigen und adäquaten Finanzausstattung. Die Finanzströme zwischen Bund, Land und Kommunen sind strukturell zu überprüfen, inwiefern sie der nachhaltigen Erfüllung der übertragenen Aufgaben gerecht werden. Auch die Übertragung von Aufgaben darf nicht ohne Gegenfinanzierung bzw. zusätzliche Finanzausstattung erfolgen.

Demografische Entwicklung

Es ist notwendig, die demografische Entwicklung zu gestalten. Zum einen gilt dies für die Generationen- und Familienpolitik. Es gilt, die Rahmenbedingungen für Familien und damit das Klima für Kinder zu verbessern. Es gilt aber auch, den stattfindenden Wandel durch kluge Anpassung der Infrastruktur in Verbindung mit Nachhaltigkeit und unter Wahrung regionaler Identität aktiv zu gestalten. Dies hat Einfluss auf die Bebauung, aber auch auf die Verfügbarkeit öffentlicher Einrichtungen.

Interkommunale Zusammenarbeit

In diesem Zusammenhang bedarf es einer nachhaltigen interkommunalen Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen, zwischen den Kommunen, aber auch zwischen dem Landkreis und seinen Kreisgemeinden, um Synergieeffekte zu nutzen, die Infrastruktur gemeinsam zukunftsfähig zu gestalten und gemeindeübergreifende Konzepte für die Region zu entwickeln.

Zentrales Aufgabenfeld unserer Verwaltung ist ihre Sozialfunktion (Arbeitsmarktpolitik, aber auch Kinder-, Jugend-, Frauen-, Senioren- und Familienpolitik). Wir sind untere Katastrophenschutz- und Ordnungsbehörde, ebenso Bauaufsichtsbehörde. Nicht minder von Bedeutung sind Bildung (Schulträgerschaft, Volkshoch- und Musikschule, Kreisbibliothek), das Gesundheitswesen, der öffentliche Personennahverkehr, die Ent­wicklung des Tourismus, die Wirtschaftsförderung, die Umwelt- und Energiepolitik, die Entwicklung des ländlichen Raumes und die Förderung des Ehrenamtes.

Auf der Grundlage der übergeordneten finanziellen und demografischen Rahmen­bedingungen sowie der politischen Vorgaben durch Bund, Land und Kreistag ist es Aufgabe der Landkreisverwaltung, die Region zukunftsorientiert zu gestalten. Daraus leiten sich konkrete Ziele für die zentralen Aufgaben der Zukunft ab. Diese Ziele sind auf der Basis dieses Leitbildes Richtschnur und Kompass unseres Handelns.

Es sind unsere Ziele

für eine bildungs- und kulturfreundliche Region:

  • Schaffung optimaler Rahmenbedingungen an den Schulen
  • Ausbau der Angebote zum lebenslangen Lernen zur Förderung der beruflichen, kulturellen und sozialen Kompetenzen und berufsnahen Weiterbildung

für eine ehrenamtsfreundliche Region:

  • Stärkung des Ehrenamtes in Vereinen und Verbänden

für eine familienfreundliche Region:

  • Gestaltung des demografischen Wandels durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Familien und Anpassung der Infrastruktur
  • Stärkung der Attraktivität zur Ansiedlung von Familien
  • Inklusion und Förderung behinderter Menschen

für eine generationen- und geschlechtergerechte Region:

  • Gestaltung des ländlichen Raumes als zukunftsfähiger Lebensraum
  • Ausbau der Mehrgenerationenarbeit
  • Verbesserung der gleichberechtigten Beteiligung und Einbindung von Frauen am Arbeitsmarkt, in Gremien und Institutionen

für eine gesundheitsorientierte Region:

  • Förderung eines eigenverantwortlichen Gesundheitsbewusstseins
  • Sicherung als Standort mit bedarfsgerechter, hochwertiger medizinischer Versorgung
  • Region Vital als Gesundheitsnetzwerk

für eine soziale Region:

  • Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen zur Verbesserung der Arbeitsplatzdichte und Festigung des Spitzenplatzes der Region mit geringer Arbeitslosigkeit
  • Soziale Dienstleistungen in Partnerschaft mit den Bürgerinnen und Bürgern
  • Sicherung und Verbesserung des betrieblichen Ausbildungsangebotes
  • Region mit Zukunft für junge Menschen
  • Lebensqualität für ältere und pflegebedürftige Menschen

für eine touristische Region:

  • Ausbau des Tourismus als wirtschaftliches Standbein und Vermarktung einer attraktiven Region für Einheimische und Gäste
  • Erhaltung und Weiterentwicklung eines attraktiven Erholungs- und Erlebnisraumes

für eine umweltfreundliche Region:

  • Bewahrung der Schöpfung durch Erhalt der Umwelt und moderne Energieversorgung (Null-Emissions-Kreis) mit dem Ausbau erneuerbarer Energien
  • Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs

für eine wirtschafts- und unternehmerfreundliche Region:

  • Weiterentwicklung und Neuansiedlung von Betrieben durch leistungsfähige wirtschaftliche Rahmenbedingungen
  • innovativer und nachhaltiger Wirtschafts- und Investitionsstandort

Unter den genannten Rahmenbedingungen gilt es für die Zukunft, auf der Basis dieser politischen Grundsatzziele unsere Arbeit konkret zu definieren und umzusetzen. Dabei ist es auch notwendig, die jeweiligen Ziele und Aufgaben zu gewichten und über Schwerpunktsetzungen zu entscheiden.

St. Wendel, 1. Januar 2012