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Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Internet-User,

als am 12. Oktober 1810 Kronprinz Ludwig, der spätere Ludwig I. von Bayern, Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen heiratete, feierten die Münchener diese Vermählung mehrere Tage lang. Aus einer dieser Feiern ist das weltberühmte Münchener Oktoberfest entstanden. Dieses schöne Volksfest hat bis heute zahlreiche Nachahmer gefunden, auch wenn der direkte Bezug zu der Heirat natürlich nicht überall zutrifft. Auch bei uns im Sankt Wendeler Land finden in dieser Zeit zahlreiche Oktoberfeste statt, wo Gemütlichkeit und Geselligkeit auf bayrisch-saarländische Art und Weise zelebriert wird, mit zünftiger Musik, guten Speisen und natürlich dem ein oder anderen Maß Bier. Der Besuch dieser Feste lohnt sich auf jeden Fall!

Das schönste saarländische Bauernhaus 2014 steht im Sankt Wendeler Land! Aus 18 Häusern hat die Jury des Bauernhauswettbewerbs das Haus von Gerlinde und Werner Weber in Werschweiler zum Sieger gekürt. Beim Wettbewerb „Saarländische Bauernhäuser – Zeugnisse unserer Heimat“ stehen seit 30 Jahren stilgerecht sanierte Bauernhäuser im Fokus. Die Webers haben viel Mühe und Arbeit investiert, um ihr Haus im Geiste der Entstehungszeit zu erhalten und wiederherzustellen. In der Tat ein schönes Zeugnis unserer ländlichen Heimat, dessen Erhalt lohnt. Dafür herzlichen Glückwunsch und vielen Dank dem Ehepaar Weber. Auch den beiden anderen Teilnehmern in St. Wendel-Wurzelbach und Berschweiler danke ich dafür, dass sie mitgemacht haben.

Der Erhalt unserer regionalen Identität ist auch dem Landkreis ein wichtiges Anliegen. Denn vor allem in unserer modernen, schnelllebigen Zeit ist es wichtig, zu wissen, woher wir kommen, was uns ausmacht, was unsere Heimat im geschichtlichen Verlauf geformt hat. Zeugnisse unserer Vergangenheit oder, um das berühmte Konzept des französischen Historikers Pierre Nora aufzugreifen, Erinnerungsorte geben dabei unserem kollektiven Gedächtnis Orientierung und Halt. Daher freut es mich, dass die saarländische Gesellschaft für Kulturpolitik am St. Wendeler Cusanus-Gymnasium als weiteren Erinne-rungsort eine viersprachige Stele zu Ehren von Nikolaus von Kues, latinisiert Nicolaus Cusanus, errichtet hat. Der bedeutende Kirchenmann und Philosoph Cusanus ist mit der Stadt St. Wendel eng verbunden, obwohl er wahrscheinlich nie hier gewesen war. Jedoch besaß er St. Wendel als Pfründe, das heißt: Cusanus war zwar Kleriker in St. Wendel, dem die Einkünfte der Pfarrei zuflossen, ohne aber sein Amt persönlich vor Ort ausüben zu müssen. Neben der neuen Stele erinnert die Kanzel in der Wendalinusbasilika mit dem Wappen der Cusaner an ihn, in St. Wendel gibt es dazu eine Cusanusstraße und ein Cusanushaus, am Fruchtmarkt eine Statue des berühmten Philosophen, vor der Basilika eine Bodenplatte. Die saarländische Gesellschaft für Kulturpolitik hat auch das Buch „St. Wendel und Cusanus“ herausgegeben. Darin wird das beeindruckende Leben des Cusanus nachgezeichnet, ergänzt um Ausschnitte aus Originaltexten sowie einem Wegweiser an Stellen in St. Wendel, die an Cusanus erinnern. Dank dem Mitherausgeber Josef Alles und den Forschern der Region für ihre Beiträge.

Zu unserer Erinnerungskultur gehört auch das Gedenken an die Schattenseiten unserer Vergangenheit. Wie jedes Jahr am 9. November werden wir auch 2014 einen Kranz am ehemaligen Standort der St. Wendeler Synagoge in der Kelsweilerstraße niederlegen. Am 9. und 10. November 1938 wurden im gesamten Deutschen Reich Synagogen geschändet, angezündet und jüdische Bürger misshandelt. Dies geschah auch in St. Wendel. In diesem Jahr haben wir zusätzlich im Landkreis „Orte gegen das Vergessen“ eingerichtet, die an das reichhaltige jüdische Leben in unserer Region und die Zerstörung dieses durch die Nazibarbarei erinnern. Damit die schrecklichen Taten und die Opfer nicht in Vergessenheit geraten.

Landrat
Udo Recktenwald