Landrat Udo Recktenwald am Schreibttisch sitzend.

Kolumne des Landrats

Landrat Udo Recktenwald informiert jeden Monat über das Neueste aus dem Landkreis

Ausgabe August 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

2025 ertranken laut Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Deutschland mindestens 393 Menschen, die allermeisten (88 Prozent) in Seen, Teichen und Flüssen – also in unüberwachten oder kaum überwachten Gewässern. Die beiden Strandbäder unseres Bostalsees werden von hauptamtlichen Rettungsschwimmerinnen und -schwimmern bewacht, unterstützt durch ehrenamtliche Kräfte der DLRG. Ohne diese Unterstützung wäre vor allem in den heißen Sommermonaten ein regulärer Badebetrieb kaum möglich. Die aus dem gesamten Saarland kommenden DLRG-Kräfte bleiben während ihrer Dienstzeit in der Regel am Bostalsee. Viele Jahre wurden sie in der Bostalklause am Campingplatz untergebracht. Eine Unterkunft, die im wahrsten Sinne des Wortes in die Jahre gekommen ist. Daher haben wir für rund 2 Millionen Euro eine neue DLRG-Unterkunft am Bostalsee errichtet. Das Ministerium für Inneres, Bauen und Sport fördert den Neubau mit 900.000 Euro, weitere 100.000 Euro kommen von der DLRG. Die neue Unterkunft, direkt neben der Bauhofhalle und somit in unmittelbarer Nähe zum Bostalsee gelegen, bietet Platz für bis zu 22 Personen. Im Erdgeschoss befinden sich ein Schulungs- und Aufenthaltsbereich, Küche, Technik- und Lagerräume sowie barrierefreie sanitäre Einrichtungen und ein Schlafraum. Sechs Schlafräume, mehrere Sanitärbereiche mit drei Bädern, ein weiterer Aufenthaltsraum und ein Büro sowie ein Wäschelager finden sich im Obergeschoss. Für den DLRG-Fuhrpark steht unterhalb des Gebäudes ein Carport zur Verfügung. Wir haben somit die Voraussetzungen für die wertvolle ehrenamtliche Arbeit, die die DLRG an unserem Bostalsee leistet, verbessert. Für diese Arbeit möchte ich mich auch an dieser Stelle herzlich bei der DLRG bedanken!

In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Kreistag des Landkreises Sankt Wendel beschlossen, ein Stilllegungsverfahren für die Ostertalbahn-Strecke zu beantragen. Seit dem 1. Januar 2000 ist der Landkreis Sankt Wendel für die Dauer von 25 Jahren Pächter dieser 21 km langen Bahnstrecke zwischen Ottweiler und Schwarzerden, auf der die Deutsche Bahn (DB Netz AG) bereits 1980 den Personenverkehr eingestellt hatte. 1998 erklärte die Deutsche Bahn, auch den Güterverkehr – von und zu den Industriewerken Saar in Schwarzerden, für die Instandhaltung von Schwerfahrzeugen der Bundeswehr zuständig – einstellen zu wollen. In dieser Situation hofften die damals Verantwortlichen, mit der Übernahme die Strecke solange zu erhalten, bis sie wieder stärker kommerziell genutzt werden würde. Doch bereits zum Dezember 2001 wurde der Güterverkehr fast vollständig von der Schiene auf die Straße verlegt. Somit verblieben touristische Sonderfahrten mit einer Museumsbahn. Mit enormem ehrenamtlichem Engagement kümmert sich der Arbeitskreis Ostertalbahn seit vielen Jahren um die Strecke und diese Fahrten. Allerdings musste sich der Landkreis 2025, nach Ablauf des Pachtvertrags, die Frage stellen, wie es mit der Ostertalbahn weitergehen soll. Kurz darauf teilte das Unternehmen KNDS, das die Industriewerke Saar beerbte, mit, es wolle im Bereich des Bahnhofs Schwarzerden expandieren, um dort eine Produktionsstätte – und somit neue Arbeitsplätze – zu schaffen. Ein Großauftrag des Bundes, der die Sicherheit unseres Landes und Kontinents betrifft, ist hierbei der Hintergrund. Auch braucht KNDS laut eigener Aussage die Schienen nicht, der Güterverkehr erfolgt über die Straße. Hinzu kommt, dass in den kommenden Jahren zahlreiche Sanierungsarbeiten – etwa der 27 Brücken – auf der Strecke anstehen, die der Landkreis finanziell nicht stemmen kann. Viele Gespräche, unter anderem mit dem Land, über finanzielle Hilfen und einen Erhalt oder Teilerhalt der Strecke führten zu keinem Ergebnis. Vor diesem Hintergrund hat sich der Kreistag entschieden, die Stilllegung zu beantragen. Niemandem fiel diese Entscheidung leicht, doch zu gewichtig sind die Argumente für den gewählten Weg. Zeitgleich bedankte sich der Kreistag beim Arbeitskreis Ostertalbahn für die bisher geleistete ehrenamtliche Arbeit, ohne die eine Nutzung für Museumsfahrten nicht möglich gewesen wäre.


Ihr Landrat
Udo Recktenwald

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