Die Betrugsmasche des sogenannten Enkeltricks beschäftigt die Polizei sowie die ehrenamtlichen Seniorensicherheitsberater des Landkreises Sankt Wendel bereits seit Jahren. Häufig täuschen die Täter am Telefon schwere Verkehrsunfälle naher Angehöriger oder drohende Wohnungseinbrüche vor, um an Bargeld oder Wertgegenstände zu gelangen.
In den vergangenen Wochen wurde vermehrt eine weitere Variante des Enkeltrickbetrugs bekannt. Unter anderem in Homburg, Trier und Hermeskeil gaben sich Betrüger telefonisch als Mitarbeitende eines Krankenhauses aus. Dabei wurde den angerufenen Personen mitgeteilt, ein naher Angehöriger leide an einer lebensbedrohlichen Erkrankung und sei dringend auf ein Medikament aus dem Ausland angewiesen. Die angeblich hohen Kosten würden von der Krankenkasse nicht übernommen. Mehrfach waren die angerufenen Seniorinnen und Senioren bereit, hohe Geldbeträge – teilweise im fünfstelligen Bereich – an angebliche Boten zu übergeben, die das Geld an der Wohnanschrift abholen wollten.
Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin: In echten medizinischen Notfällen fordern weder Ärztinnen und Ärzte noch Krankenhausmitarbeitende telefonisch sofortige Barzahlungen von Angehörigen.
Die Polizei und die Seniorensicherheitsberater geben folgende Verhaltenstipps:
- Bei solchen Anrufen sofort auflegen.
- Beim kleinsten Zweifel Namen und Fachabteilung der angeblichen Mitarbeitenden nennen lassen und selbst Kontakt mit dem Krankenhaus aufnehmen. Dazu nicht die Rückruffunktion am Telefon nutzen.
- Sich nicht unter Druck setzen lassen.
- Niemals Bargeld an unbekannte Personen übergeben.
- Verständigen Sie bei verdächtigen Anrufen umgehend die Polizei über den Notruf 110.
Weitere Informationen – auch für Vereine und Gruppen – sind bei der Geschäftsstelle der ehrenamtlichen Seniorensicherheitsberater im Seniorenbüro des Landkreises Sankt Wendel erhältlich: Tel. (06851) 801 5201, E-Mail: seniorenbuero@lkwnd.de. Dort können auch kostenfreie Vorträge und Beratungen angefragt werden.