Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen: Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung im Landkreis St. Wendel

Krankenkassen und kommunales Jobcenter arbeiten zusammen, um die Gesundheit arbeitsloser Menschen zu stärken

Das Jobcenter des Landkreises St. Wendel und die gesetzlichen Krankenkassen aus der Region nehmen am bundesweiten „Modellprojekt zur Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung“ teil. Gemeinsam mit dem engagierten Beschäftigungsträger WIAF, dem Gesundheitsamt St. Wendel, dem Vorhaben »Der Landkreis St. Wendel lebt gesund!«, dem Kneipp-Verein St. Wendel, der KISS – Kontakt und Informationsstelle für Selbsthilfe im Saarland, dem Apfelbaum e.V., sowie den SaarLandFrauen bauen sie ein Netzwerk zur Gesundheitsförderung bei arbeitslosen Menschen auf.

Fester Bestandteil der Beratungs- und Vermittlungsdienstleistungen des Jobcenters soll künftig sein, Arbeitslose für die speziell auf sie ausgerichteten Angebote der gesetzlichen Krankenkassen, z. B. zur Stressbewältigung oder zur gesunden Ernährung und Bewegung, zu sensibilisieren und zur freiwilligen Teilnahme zu motivieren. Bisher konnten schon zwei Gruppen erwerbsloser Menschen an einem psychosozialen Training zur Gesundheitsförderung, Ernährungskurs sowie Informationsveranstaltungen des Kneipp-Verein St. Wendel, sowie de KISS teilnehmen. Weitere Angebote sind in Planung. Ziel ist es, die Gesundheit arbeitsloser Menschen zu stärken und damit auch die Chancen auf den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu erhöhen. Denn: Anhaltende Arbeitslosigkeit kann zu einem gesundheitlichen Risiko werden. Bei vielen Betroffenen fallen die Tagesstrukturen weg, sie verlieren soziale Kontakte und damit oft auch das eigene Selbstwertgefühl.

Am 06.12.2018 wurde die erste Unterschrift in der Kooperationsvereinbarung zur „Gesundheitsförderung für arbeitslose Menschen – Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in Lebenswelten“ zwischen der GKV-Arbeitsgemeinschaft und dem Landkreis St. Wendel durch Landrat Udo Recktenwald geleistet. Damit ist St. Wendel das bisher einzige Jobcenter im Saarland, das an diesem bundesweiten Modellvorhaben teilnimmt.

Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (bei PuGiS e.V.) ist Federführer des genannten Projektes und wird dazu vom GKB Bündnis für Gesundheit finanziert.


Hintergrund:

Die verstärkte Zusammenarbeit von Krankenkassen und Kommunen im Rahmen nachhaltiger Strukturen geschieht im Zuge der Umsetzung des Präventionsgesetzes, das am 25.07.2015 in Kraft getreten ist. Es setzt einen besonderen Schwerpunkt auf Präventions- und Gesundheitsförderung in Lebenswelten. Gesetzliche Krankenkassen und ihre Kooperationspartner sollen gemeinsam noch stärker als bisher mit Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen auf Menschen in bestimmten Lebenslagen zugehen. Dazu werden zum einen nachhaltige kommunale Strukturen zur Prävention und Gesundheitsförderung in den Lebenswelten auf- und ausgebaut. Zum anderen werden kassenübergreifende Projekte entwickelt und umgesetzt. Der Name GKV-Bündnis für Gesundheit bündelt alle Projekte und Maßnahmen zur Umsetzung dieser Ziele.
Ein Kernziel ist es, die Auswirkungen sozialer Benachteiligung auf die Gesundheit zu mildern. Es werden niedrigschwellige Zugangswege zu den Menschen genutzt und kassenübergreifende Angebote entwickelt und umgesetzt. Eine erste sichtbare Maßnahme dabei ist das gemeinsame Projekt „Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung“.


Über das GKV-Bündnis für GESUNDHEIT:

Das GKV-Bündnis für Gesundheit ist eine gemeinsame Initiative der gesetzlichen Krankenkassen zur Weiterentwicklung und Umsetzung von Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten. Das Bündnis fördert dabei u. a. Strukturaufbau und Vernetzungsprozesse, die Entwicklung und Erprobung gesundheitsfördernder Konzepte, insbesondere für sozial und gesundheitlich benachteiligte Zielgruppen, sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und wissenschaftlichen Evaluation. Der GKV-Spitzenverband hat gemäß § 20a Abs. 3 und 4 SGB V die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung damit beauftragt, die Aufgaben des GKV-Bündnisses für Gesundheit mit Mitteln der Krankenkassen umzusetzen.