Förderprojekt für Flüchtlinge geht in die nächste Runde

Kooperationsvereinbarung bis 2020 verlängert

Der Landkreis St. Wendel und die Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement Rheinland-Pfalz–Saarland setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit in der Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte fort. Bereits seit über zwei Jahren unterstützt die Transferagentur den Landkreis in der Umsetzung des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Programms. Landrat Udo Recktenwald und Hanno Weigel, stellvertretender Leiter der Transferagentur, unterzeichneten anlässlich des Beginns der zweiten Förderphase eine neue Vereinbarung.
„Das Förderprojekt ist ein wichtiger Baustein in unseren Integrationsbemühungen“, freut sich Landrat Recktenwald über die zweijährige Verlängerung. Angesiedelt ist die Koordinierungsstelle bei der Kommunalen Arbeitsförderung – Jobcenter des Landkreises St. Wendel. Die beiden Bildungskoordinatoren Constanze Baus und Patrick Hemm, die sich eine Vollzeitstelle teilen, werden mithilfe des Förderprogramms finanziert. „Haben Frau Baus und Herr Hemm bisher vor allem auf den Zugang von Flüchtlingen zu Sprachförderangeboten, allgemein- und berufsbildenden Maßnahmen sowie Angeboten bei der Integration in den Arbeitsmarkt gesetzt, wollen sie in den Jahren 2019 bis 2020 die beteiligten Bildungsakteure im haupt- wie im ehrenamtlichen Bereich noch stärker vernetzen und weiter für Transparenz bei den Angeboten sorgen“, erläutert Recktenwald die Zielrichtung.
Bildung und vor allem der Erwerb der deutschen Sprache seien für Neuzugewanderte der Schlüssel zur Integration in die Gesellschaft, so der Landrat. Im Landkreis St. Wendel gebe es zahlreiche Bildungsakteure – öffentliche, private oder kirchliche Bildungsträger –, die Angebote unterbreiten. Aufgabe der Bildungskoordinatoren sei es, vorhandene Bildungsangebote und -anbieter in den Gemeinden zu ermitteln und stärker in der Öffentlichkeit bekannt machen, Doppelstrukturen abzuschaffen, vorhandene Strukturen zu nutzen sowie Lücken zu minimieren. „So bieten wir Neuzugewanderten beim Einstieg in Kita, Schule, berufliche Aus- und Weiterbildung sowie in den Arbeitsmarkt eine bestmögliche Unterstützung“, unterstreicht Thomas Schmidt, zuständiger Dezernent der Kommunalen Arbeitsförderung. Damit sich künftig sowohl Bildungsakteure, Neuzugewanderte und interessierte Bürgerinnen und Bürger rund um das Thema Bildungsangebote für Flüchtlinge informieren können, ist geplant, ab Frühjahr in regelmäßigen Abständen einen Newsletter auf der Internetseite des Landkreises zu veröffentlichen.
Unterstützt werden die Bildungskoordinatoren von der Transferagentur Rheinland-Pfalz – Saarland. Neben dem Angebot, an kostenfreien Fortbildungs- und Austauschveranstaltungen teilzunehmen, berät die Transferagentur Rheinland-Pfalz–Saarland die Kommunen bei den individuellen Herausforderungen vor Ort.  „Die Integration von Neuzugewanderten erfordert eine gute Abstimmung der beteiligten Bildungsakteure. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Bildungsangebote auch zur Nachfrage passen“, erläutert Hanno Weigel. „Der Landkreis geht damit einen weiteren wichtigen Schritt, um Neuzugewanderte auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf bestmöglich zu unterstützen“, so Weigel weiter.
Zur Transferagentur: Die Transferagentur berät Landkreise und kreisfreie Städte in Rheinland-Pfalz und dem Saarland beim Aufbau eines datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements. Das kostenfreie Dienstleistungsangebot umfasst Qualifizierungs- und Austauschformate, die dazu dienen, gemeinsam mit den Kommunen individuelle Bedarfe zu identifizieren und konkrete Handlungsmöglichkeiten abzuleiten. Die Strukturen und entwickelten Strategien zielen darauf ab, Bildungsakteure vor Ort zusammen zu bringen, um in der jeweiligen Bildungslandschaft die Rahmenbedingungen für Bildung und Bildungsteilhabe zu verbessern. Die Transferagentur wird im Rahmen des bundesweiten „Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert.