Kolumne

Der Landrat informiert jeden Monat über das Neuste aus dem Landkreis

April 2020

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

es gibt momentan leider nur ein Thema: Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle steigt weltweit, europaweit, deutschlandweit. Auch in unserem Landkreis. Jedoch waren wir bereits früh auf den Ernstfall vorbereitet, der Anstieg der bestätigten Fälle in unserer Heimat ist mittlerweile wesentlich schwächer als in den anderen saarländischen Landkreisen. Weil wir etwa symptomatische Urlaubsrückkehrer aus Österreich oder Italien sofort getestet haben, weil wir rasch die Kontaktpersonen ermittelt haben, weil wir bei bestätigten Fällen umgehend häusliche Quarantänen ausgesprochen haben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Gesundheitsamtes leisten hier hervorragende Arbeit, von früh bis spät, auch an den Wochenenden.

Bereits Ende Februar haben wir die ersten Vorbereitungen getroffen, Anfang März habe ich den „Stab für außergewöhnliche Ereignisse“ (SAE) einberufen, der im ständigen Austausch mit unseren Kommunen, dem saarländischen Gesundheits- und Bildungsministerium, der Uni-Klinik Homburg und anderen Institutionen Ablaufszenarien und Handlungspläne festlegt. Erweitert wurde der SAE um den operativ-taktischen Stab, der aus Vertretern der Hilfsorganisationen und der Bundeswehr besteht und der für die Umsetzung der SAE-Beschlüsse zuständig ist.

Als erster saarländischer Landkreis haben wir mobile Abstrichteams eingesetzt. Mittlerweile wurden in allen saarländischen Landkreisen Abstrichzentren eingerichtet, im Landkreis St. Wendel auf dem Gelände der Heeresinstandsetzungslogistik St. Wendel (HIL), betrieben von der Bundeswehr. Geöffnet ist das Abstrichzentrum täglich von 10 bis 14 Uhr und konzipiert als „Drive-In“: Das eigene Auto wird für den Abstrich nicht verlassen. Dieser wird von Ärzten durchgeführt. Grundvoraussetzung für einen Abstrich ist eine Überweisung des Arztes! Ich möchte Innenminister Klaus Bouillon dafür danken, dass er die Einrichtung dieses Zentrums gemeinsam mit der Bundeswehr und der HIL forciert hat.

Unsere Strategie: Die Ausbreitung des Virus eindämmen, der Entwicklung einige Tage voraus sein. Daher haben wir auch in der Turnhalle der Gemeinschaftsschule Marpingen eine externe Krankenbehandlungsstelle eingerichtet. Sollten etwa aufgrund steigender stationärer Corona-Fälle oder aus anderen Gründen die Kapazitäten der Krankenhäuser an ihre Grenzen stoßen, verfügen wir mit dieser Behandlungsstelle über eine Ausweichmöglichkeit. Planung und Durchführung der Behandlungsstelle liegen in der Hand des St. Wendeler Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes. Aus den Beständen des Katastrophenschutzes des Landkreises St. Wendel kommen Feldbetten, Decken, Kissen.

Momentan ist auch jeder Einzelne gefordert, seinen Beitrag zu leisten: regelmäßiges und ausreichendes Händewaschen, Berührungen nach Möglichkeit vermeiden, in die Armbeuge oder ein Taschentuch husten und nießen, etwas Abstand halten. Die von der Landesregierung verhängte Ausgangsbeschränkung ist hart, doch absolut notwendig. Nur durch soziale Distanz und konsequente Kontaktverfolgung kann die Verlangsamung der Infektionen und die Entlastung des Gesundheitssystems funktionieren.

Die Zugänge zu den Gebäuden der Verwaltung des Landkreises St. Wendel sind geschlossen und nur noch nach vorheriger Terminabsprache zugänglich. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, nach Möglichkeit ihre Anliegen telefonisch, schriftlich oder per E-Mail zu klären. Gleiches gilt für Anträge. Eine Auflistung zentraler Kontakte gibt es auf der Internetseite des Landkreises.

Der Landkreis St. Wendel hat ein Infotelefon zum Coronavirus eingerichtet: Tel. (06851) 801-5555. Bürgerinnen und Bürger können sich montags bis freitags, 8 bis 16 Uhr, über das Coronavirus informieren. Das Infotelefon des Landkreises dient der allgemeinen Information, bei Symptomen oder Verdachtsfällen ist vorrangig der Hausarzt telefonisch zu kontaktieren. Firmenanfragen nimmt die Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land entgegen: Tel. (06851) 9030, Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr.

Die weitere Entwicklung ist schwer abschätzbar. Ich garantiere Ihnen jedoch, dass wir alle – der SAE, unser Landkreis und seine Kommunen, das Land und weitere Institutionen – alles Menschenmögliche dafür tun, das Risiko einer weiteren Verbreitung zu minimieren. Und ich bin überzeugt davon, dass uns das gelingt!


Ihr Landrat
Udo Recktenwald