Aus zwei mach eins: Sowohl die CDU- als auch die SPD-Fraktion stellten während der jüngsten Kreistagssitzung separate Anträge. Diese glichen sich inhaltlich, was in dem einen nicht stand, stand in dem anderen, und umgekehrt. Kurzerhand einigten sich beide Fraktionen, ihre Anträge zusammenzuführen, einen gemeinsamen einzubringen, der dann auch einstimmig verabschiedet wurde.
Konkret ging es um die Themen Klimaanpassung, Starkregenvorsorge und Hitzeschutz. Der Kreistag forderte die Kreisverwaltung auf, alle laufenden und geplanten Maßnahmen, Projekte und Konzepte zum Thema zusammenzutragen, zu bewerten und dem Gremium in der nächsten Sitzung zu präsentieren. Dazu solle auch aufgezeigt werden, wie der Landkreis seine Kommunen unterstützen könne und welche Förderprogramme – auch für gewerbliche und private Maßnahmen – zur Verfügung stünden. Diese Bestandsaufnahme zeige dann, wo zusätzlicher Handlungsbedarf bestehe und welche weiteren Maßnahmen sinnvoll seien. Ein weiterer Auftrag an die Verwaltung: die eigenen Zuständigkeiten und Strukturen verschiedener Ämter – etwa Bevölkerungsschutz, Gebäudemanagement, Schul- und Gesundheitsamt – prüfen und stärker miteinander verzahnen.
Zur Thematik passend: Drei weitere Tagesordnungspunkte der Sitzung betrafen den Bevölkerungsschutz; diese Punkte verabschiedete das Gremium jeweils einstimmig. Dabei ging es um außerplanmäßige Finanzmittel für den Ausbau des Katastrophenschutzzentrums, den Kauf eines Pick-ups (geländegängiges Fahrzeug) und die Fortführung des Programms KliGas, eines Frühwarnsystems bei Hochwasser und Starkregen.
Ebenfalls einstimmig sprach sich der Kreistag für die Neustrukturierung der Bosener Mühle am Bostalsee aus, einer Liegenschaft des Landkreises. Hier ist ein Café beheimatet, von einem Pächter betrieben, hier ist ein Kulturort mit Atelier, Ausstellungsräumen und einem vielfältigen Kursprogramm, das der Landkreis anbietet. Dies jedoch nicht kostendeckend: Das jährliche Defizit des Kursangebots beträgt rund 150.000 Euro. Zudem stehen vor Ort größere Investitionen an, etwa die Erneuerung der Heizungsanlage oder der Bau einer Toilettenanlage. Kurzum: Kosten müssen eingespart und der Standort wirtschaftlicher werden. Daher solle die Verwaltung nun ein Konzept erarbeiten, das einen vergrößerten Gastronomiebetrieb beinhalte, der dann in einer Ausschreibung und mit einem Erbbaurechtsvertrag einem Betreiber überlassen werden könne. Gleichzeitig solle der Kreis prüfen, wie ein reduziertes Kursprogramm weiter aufrechterhalten werden könne. Wichtig dabei: Der Geist der Bosener Mühle als Kultur- und Kunstort und damit kulturelles Kleinod soll erhalten bleiben.