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Landrat stellt Agenda 2029 vor

Noch drei Jahre, dann endet die Amtszeit des Sankt Wendeler Landrats Udo Recktenwald. Noch drei Jahre, dann wird seine Nachfolge gewählt. Drei Jahre, in denen der Landrat noch einiges vorhat. Seine Pläne und Projekte stellte er jüngst unter dem Motto „Agenda 2029“ vor.
Eine Agenda, die in schwierigen Zeiten umgesetzt werden soll. Denn die Landkreise und Gemeinden stehen finanziell mit dem Rücken an der Wand. Nicht nur im Saarland, sondern bundesweit. „Es gibt immer mehr Gesetze, immer mehr Verordnungen, die Kommunen müssen immer mehr Aufgaben umsetzen, ohne dafür entsprechend finanziell entschädigt zu werden – ein Teufelskreis“, erläuterte Recktenwald. Ein Umdenken sei daher dringend geboten: Die Aufgabenverteilung zwischen Bund, Land und Kommunen müsse auf den Prüfstand, Bürokratie auf allen Ebenen abgebaut, Standards gesenkt werden. Recktenwald: „Ich bin davon überzeugt, dass wir im Saarland keine zwölf Untere Bauaufsichten und auch keine zehn Aufgabenträger für den öffentlichen Personennahverkehr brauchen – einer würde ausreichen.“ Vieles ließe sich verschlanken, optimieren, beschleunigen. Auch durch den Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit. „Landkreise sind hierbei die geborenen Zweckverbände, die für ihre Gemeinden viele Aufgaben übernehmen können, so wie wir es im Landkreis Sankt Wendel vorleben. Dies würde überall für mehr Effizienz und weniger Kosten sorgen“, sagte Recktenwald.
Und auch für mehr Vertrauen. Denn eine Folge der Finanzmisere sei, so Recktenwald, eine zunehmende Demokratieverdrossenheit: Wenn das Geld fehle, sei die Handlungsfähigkeit staatlicher Ebenen stark eingeschränkt. Und dies führe auch dazu, dass das System an sich infrage gestellt werde. Recktenwald: „Daher müssen wir die Zivilgesellschaft stärken, die Menschen mitnehmen, ihnen erläutern, was machbar ist – und was nicht. Und vor allem an ihr Verantwortungsbewusstsein appellieren. Die Bürger müssen mehr Verantwortung für unser Gemeinwesen übernehmen und für sich selbst. Denn der Staat kann nicht alle Probleme lösen.“
Demokratie und Teilhabe zu stärken seien daher wichtige Punkte seiner Agenda 2029. Auf der sich noch viele weitere finden: der Ausbau der Digitalisierung und des Bevölkerungsschutzes, die Förderung der nachhaltigen Regionalentwicklung, eines sanften Tourismus, von Klimaschutz und Nachhaltigkeit. „Dabei kann ich mir beispielsweise vorstellen, dass wir eine eigene Energie-Gesellschaft in der Region aufbauen, regenerative Energie vor Ort erzeugen und verbrauchen – und so die Wertschöpfung in der Region behalten“, erläutert Recktenwald.
Einer Region, die ländlich geprägt sei. In der daher der Förderung der Wirtschaft eine besondere Rolle zukomme. „Das Sankt Wendeler Land war nie eine hoch industrialisierte Region, dennoch verfügen wir über eine gesunde Wirtschaftsstruktur und geringe Arbeitslosenquote. Dies ist auch das Ergebnis einer vorausschauenden und durchdachten Arbeit unserer Wirtschaftsförderungsgesellschaft“, betonte Recktenwald. Diese Arbeit gelte es in den kommenden Jahren weiter auszubauen, Projekte anzustoßen, Existenzgründer, den Mittelstand und ebenso die großen Unternehmen zu unterstützen. Dazu zähle die Wehrindustrie, die im Landkreis Sankt Wendel einen besonderen Stellenwert einnehme, für wichtige Arbeitsplätze sorge, aufgrund der geopolitischen Lage an Bedeutung mehr und mehr zunehme.
Auch die Themen Bildung und Soziales seien auf der Agenda 2029 vertreten: Ein Familienstärkungskonzept solle erarbeitet, Inklusion und Ehrenamt gefördert, in Schulen und Kindertagespflege investiert werden. Eine Agenda für alle Generationen.
Und eine proppenvolle Agenda für die kommenden drei Jahre. Recktenwald: „Trotz widriger finanzieller Umstände bin ich davon überzeugt, dass wir die erfolgreiche Arbeit fortführen und viele Punkte und Projekte umsetzen werden. Damit unser Landkreis noch lebens- und liebenswerter wird. Damit meine Nachfolge ein gut bestelltes Feld vorfindet.“

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