Frau schaut auf ihr Tablet.

Aktion am Landratsamt setzt klares Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Gewalt hat in unserer Gesellschaft keinen Platz – diese klare Botschaft sendete eine Flagge vor dem Landratsamt St. Wendel, die in einer gemeinschaftlichen Aktion am gestrigen Montag, 25. November, anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen gehisst wurde. An der von der Frauenbeauftragten des Landkreises Ursula Weiland initiierten Aktion, beteiligen sich unter anderem der Landrat Udo Recktenwald, Landtagsabgeordnete Réka Klein, Kreisbeigeordnete Martina Weiand, die Frauenbeauftragte der Stadt St. Wendel Clarissa Schulz, Kriminal-Hauptkommissarin Natalie Hinze von der Polizeiinspektion St. Wendel, Gerlinde Koletzki-Rau vom Sozialverband VdK, Franz-Josef Biesel von der Opferschutz-Organisation Weißer Ring, Kevin Wagner vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Saarlandfrauen-Vorsitzende Brigitte Sprengler und Melanie Laub, Landesvorsitzende der Landfrauen.

Laut Bundeskriminalamt ist die Anzahl der Opfer Häuslicher Gewalt in den letzten fünf Jahren deutlich angestiegen – um 19,5 Prozent. 2023 waren 214.481 Menschen – der überwiegende Anteil ist weiblich – von Häuslicher Gewalt betroffen. Dazu zählt körperliche, sexuelle und psychische Gewalt in der Familie und der Partnerschaft. Wie Kriminal-Hauptkommissarin Natalie Hinze von der Polizeiinspektion St. Wendel berichtete, rückte die Polizei im Landkreis Sankt Wendel im vergangenen Jahr 179 Mal wegen Häuslicher Gewalt aus. „Jeder Fall ist einer zu viel“, sagte sie.

Landrat Udo Recktenwald betonte bei der Aktion: „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Hinter jeder Zahl steckt ein Drama, ein Opfer. Es ist heute wichtiger denn je, deutlich Position zu beziehen und sichtbar Flagge zu zeigen gegen jede Form von Gewalt an Frauen. Hier gibt es absoluten Handlungsbedarf, auch bezüglich der gesetzlichen Rahmenbedingungen, um Opfer besser zu schützen. Wir dürfen nicht müde werden, das immer wieder einzufordern.“ 

Die Frauenbeauftragte Ursula Weiland unterstrich in ihrer Rede: „Gewalt gegen den Partner oder die Partnerin löst keine Probleme und bringt auch niemanden mehr zurück. Wer gewalttägig ist, braucht Hilfe und die gibt es auch. Zwar müssten, wie wir an den steigenden Opferzahlen sehen, viel mehr Hilfs- und Beratungsplätze für Opfer und Täter angeboten werden. Aber hier an alle Täter: Holen Sie sich Hilfe, damit Sie lernen, schwierige Situationen auch ohne auszurasten zu bewältigen. Und an uns alle: Sehen wir nicht weg, sondern helfen wir Betroffenen!“

Am Morgen war Weiland bereits mit ihrer Frauenbeauftragten-Kollegin der Stadt St. Wendel, Clarissa Schulz im Globus unterwegs. Mit dem Banner „Gegen Gewalt ist kein Kraut gewachsen - aber wir arbeiten daran“ informierten sie zum Thema. Mittags verteilten sie in der Innenstadt Kräuter-Saatgut, um mit Menschen zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen. 

Hilfe für Opfer Häuslicher Gewalt bietet unter anderem die Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt, Tel. (0681) 3799610. Zu einem niedrigschwelligen Angebot gehören das „Hilfetelefon – Gewalt gegen Frauen“ (116 016) und das „Hilfetelefon – Gewalt an Männern“ (0800 1239900). Betroffene erhalten hier telefonisch und online Beratung – anonym und kostenlos. 
Bei unmittelbarer Gefahr ist die Polizei über die 110 erreichbar. Auch die Frauenbeauftragte des Landkreises unterstützt betroffene Frauen- sie ist erreichbar unter Tel. (06851) 801 2071 oder per E-Mail an frauenbeauftragte@lkwnd.de 

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