Bevor der Kreistag des Landkreises Sankt Wendel in seiner Novembersitzung in Diskussionen und Abstimmungen einsteigen konnte, musste ein neues Kreistagsmitglied verpflichtet werden. Denn Dr. Alfred Neis (SPD) legte im September sein Mandat nieder. Sein Nachfolger: German Eckert (SPD) aus Marpingen. Die personelle Änderung innerhalb der SPD-Fraktion führte auch zu Nachbesetzungen in verschiedenen Ausschüssen und Gremien, wogegen der Kreistag keine Einwände hatte.
Einstimmig beschloss der Kreistag Änderungen einzelner Gebühren am Bostalsee ab 2026. Dies vor dem Hintergrund steigender Betriebskosten. So wird der Preis der Tageskarte für Paddel-, Ruder-, Schlauchboote sowie Stand-Up-Paddling zunächst um 2 Euro auf 7 Euro steigen, die entsprechende Monatskarte wird 39 Euro kosten, die Saisonkarte ohne Parkschein 100 Euro. 21 Euro werden ab kommendem Jahr für die Tageskarte mit Parkschein für Segelboote ohne Liegeplatz fällig, 24 Euro für Segelboote mit Liegeplatz. Die Monatskarte für Boote mit Wasserliegeplatz gibt es dann für 133 Euro, die Saisonkarte für 545 Euro.
Mit einer Partnerschaftsvereinbarung haben sich im Oktober Landkreis und Landesentwicklungsgesellschaft Saar (LEG Saar) auf einen Neustart am Campingplatz am Bostalsee geeinigt: Der Landkreis bleibt Eigentümer des Platzes, die LEG Saar übernimmt die Projektkoordination zur Sanierung und Modernisierung des Campingareals. Dies bereits, bevor der vereinbarte Erbbaurechtsvertrag zwischen Landkreis und LEG zustande kommt. Sollte dieser allerdings innerhalb von 36 Monaten nicht abgeschlossen werden, werde der Landkreis alle bis dahin entstandenen Kosten der LEG erstatten müssen. Einstimmig befürwortete der Kreistag diese Kostenübernahmeregelung.
Ebenfalls einstimmig sprach sich der Kreistag für eine Budgeterhöhung für das Projekt „OutFit“ aus. Das Projekt des Smart Wendeler Landes, des Digitalisierungsvorhabens im Landkreis Sankt Wendel, sieht die Einrichtung von Sportparks vor, die durch den Einsatz digitaler Elemente zu interaktiven Erlebnisorten werden sollen. Anfangs sollten zwei Pilotsportparks entstehen, im Laufe der Projektentwicklung entschieden sich die Verantwortlichen für vier Sportparks, je einen in den Gemeinden Marpingen, Namborn, Oberthal und Tholey. Kosten: 900.000 Euro. Das Smart Wendeler Land wird durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau gefördert. Bis Ende 2027 stehen rund 17,5 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung, der Eigenanteil beträgt 10 Prozent.
Mit großer Mehrheit stimmte der Kreistag für eine Resolution der CDU-Fraktion, in der es um digitale Supermärkte geht. Dies sind kleine Verkaufsräume, die ohne Personal auskommen und in denen Zutritt und Bezahlen digital abgewickelt werden. Die Resolution forderte Landesregierung und Landtag auf, das Ladenöffnungsgesetz für diese digitalen Läden zu lockern, personallos betriebene Kleinstsupermärkte mit einer Verkaufsfläche bis 150 m² sollen künftig täglich rund um die Uhr geöffnet sein dürfen, auch an Sonn- und Feiertagen. Die jeweiligen Ortspolizeibehörden sollen dabei jeweils selbstständig die Sonntagsöffnungszeiten festlegen.
Eine weitere Resolution, eingebracht von der SPD-Fraktion, fordert die Einführung einer Sicherheits-App im Landkreis. Mit der App sollen in kritischen Situationen, etwa bei Veranstaltungen, Betroffene per Knopfdruck und unauffällig Hilfe rufen können. Der Kreistag beauftragte einstimmig das Smart Wendeler Land zu prüfen, ob eine App dieser Art umgesetzt werden könne.